Grundlage und Gegenstand: Angebotsperspektive
Grundlage und Gegenstand der vorgelegten Auswertung ist eine
Datenbank aus dem Jahr 2007 mit Mobilitätsangeboten[1],
die durch die Ferienbörse erfasst wurden. Diese ist ein Projekt des
gemeinnützigen Vereins Völkerverständigung durch Begegnung in
Leipzig. Die Datenbank wurde zur direkten Information und Beratung
von Kindern, Jugendlichen und deren Eltern aufgebaut und darüber
hinaus auch als Informationsangebot im Internet bereitgestellt.
Es werden im Jahr 2007 insgesamt 14.780 Angebote (=n) im Kontext von
Reisen, Ferienfreizeiten, internationalen Begegnungen u.a. nach
folgenden Kriterien erfasst:
1. Der Träger[2] der Maßnahme[3]
muss nach externen Qualitätskriterien beurteilt worden sein. Externe
Qualitätskriterien sind z.B. freier Träger der Kinder- und
Jugendhilfe, die Mitarbeit in einem Qualitätsverband, z.B. im
BundesForum Kinder- und Jugendreisen e.V., oder/und die Einhaltung
einer fachlichen Norm, z.B. das QMJ Rahmenbedingungen
Reisebegleitung. Gemeinnützige und gewerbliche Anbieter werden
aufgenommen, wenn sie mindestens einem der Kriterien entsprechen.
Erfasst werden nur Originalangebote. Wird eine Reise von einem
Veranstalter an einen anderen weiterverkauft oder vermittelt, wird
sie nicht erneut in die Datenbank aufgenommen.
Die Auswertung der Daten der Ferienbörse wird seit 2000 jährlich
durchgeführt. Bisher gelang es – aufgrund fehlender Ressourcen nicht
– diese Daten entsprechend für die breitere Fachöffentlichkeit
aufzuarbeiten. Im Jahr 2008 wird diese Auswertung und Aufbereitung
erstmals durch wissenschaftliche Begleitung durch Prof. Andreas
Thimmel und Dr. Nicole Stollenwerk im Rahmen des
Forscher-Praktiker-Dialogs zur internationalen Jugendarbeit
unterstützt. Zur Auswertung wurde das Statistikprogramm SPSS
angeschafft und genutzt. Dadurch wurden viele Auswertungen und
Abfragen erleichtert bzw. erst ermöglicht. Die Studie wird erstellt
von Ritva K. Gleu unter Mitarbeit von Stephan Schiller. Ritva Gleu
ist Soziologin und derzeit beim BundesForum Kinder- und Jugendreisen
beschäftigt. Stephan Schiller ist Vorsitzender und Gründer der
Ferienbörse. Die Dateneingabe konnte seit 2000 mit Hilfe
verschiedener wechselnder Mitarbeiterinnen in Leipzig und Berlin
realisiert werden. Dies wurde durch die Förderung durch die
Bundesanstalt/Bundesagentur für Arbeit ermöglicht.
Fast alle erfassten Angebote haben mehrere Abfahrtsorte (bis zu 20).
Diese wurden jedoch nicht mehrfach gezählt, sonst läge die Anzahl
der Datensätze bei 50.016 und nicht bei 14.780. Die Anzahl der
Träger in der Datenbank liegt in 2007 bei 1.587. Es handelt
sich dabei um gemeinnützige, freie, gewerbliche und öffentliche
Träger wie z.B. Kinderträume, Ruf-Jugendreisen, Jugendtours,
Evangelische Jugend, Jugendverbände, kommunale Jugendämter (sofern
offen ausgeschrieben), International Projects.
Grundlagen dieses Berichts sind die Auswertungen der Anzahl der
möglichen Angebote nach dem Alter der Reisenden, der Dauer der
Angebote, der Hauptzielländer, der genutzten Transportmittel und
der Unterkunftsarten.
Die vorliegende Auswertung soll einen ersten Überblick über die auf
dem Markt vorhandenen Angebote bieten. Geplant ist, diese Auswertung
zukünftig für jedes Jahr zu erstellen und jeweils weiter in
Darstellung und Informationsdichte zu optimieren. In einem weiteren
Schritt sollen die Ergebnisse der Auswertung aus 2007 mit den Daten
der Jahre 2000 bis 2006 in Verbindung gebracht werden. Dadurch
können längerfristige Trends in der Angebotsentwicklung seit 2000
abgelesen werden.
Schließlich ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass in 2009 – im
Rahmen einer verbesserten Homepage, einer verstärkten Transparenz,
z.B. durch die Veröffentlichung dieser Ergebnisse – Anstrengungen
auf lokalen, regionaler , landes- und bundesbezogener Ebene
unternommen werden, um die Anzahl der Träger und die erfassten
Angebote noch weiter zu erhöhen.
Die
vorliegende Standardauswertung der Ferienbörse-Datenbank versucht,
einen wissenschaftlich abgesicherten Einblick in Mobilitätsangebote
für Kinder und Jugendliche zu ermöglichen. Dabei zeichnet die
Vielfältigkeit der Angebote ein buntes Bild der Möglichkeiten und
damit Entwicklungschancen für die Reisenden. Angebote, die „nur“ auf
Spaß ausgerichtet sind, gibt es kaum noch. Altersgruppenspezifische
Angebote und Bildungsangebote können z.T. mit öffentlicher Förderung
genutzt werden.
[1] Unter Mobilitätsangeboten werden alle
Angebote verstanden, die sich an Kinder und Jugendliche richten und
nicht zu Hause stattfinden, sondern immer eine Ortsveränderung
bedeuten. Angebote für Minderjährige werden von dafür ausgebildeten
Personen begleitet.
[2] Als Träger werden hier private oder
öffentliche Träger der Jugendhilfe verstanden. Der Begriff Anbieter
von Mobilitätsangeboten und Träger wird in diesem Text synonym
verwendet.
[3] Maßnahme wird in diesem Kontext synonym
mit Angebot verwendet.
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zum Vergleich mit den Vorjahren:
